Gerade in das dritte Jahrzehnt meines biologischen Daseins gewechselt, kommt natürlich die eine oder andere Überlegung in Bezug auf das Erlebte und Erreichte. Mein Leben ist nichts weiter als Arbeit, Schlaf und ein wenig Spocht. Ansonsten ist vieles doch eh ein Lüge, zu behaupten, das wir uns wirklich vom Fleck bewegen. Nichts ändert sich wirklich, diese Zivilisation beginnt danieder zu gehen. Der masslose Profit- und Machthunger stellt sich allem in den Weg, was die Menschheit einmal stark machte. Zusammenhalt, soziales Gefüge, Änderungen der Lebensumgebungen, Anpassung an die vorhandene Umweltbedingungen und sogar das alt bewährte "Aus Fehlern lernt man" sind vergessen. Denke ich mal an die Utopien der 50er und 60er ist davon doch eigentlich nichts eingetreten. Wir fahren immer noch mit stinkenden Verbrennungsmotoren. Dazu kommt noch, daß jeder möglichst mit seinem eigenem Gefährt namens Auto fährt. Hinzu kommen noch Idioten, die sich mit Ihren vollkommen überzogenen Hobbies, brüsten. Hoch lebe der Fuchsschwanz! Ist es doch schon selten ist einen Fuchs in freier Wildbahn zu erleben. Ausserdem bewegen sich die sozialen Gefüge immer weiter auseinander. Irgendwann wird Sex zwischen Geschlechtern nicht mehr nötig sein. Dann haben wir es endlich geschafft.
Alles ist sauber, wir geilen uns an irgendwelchen künstlichen Idealen auf. Götter, Götzen, Glauben, Religionen, Traumfrauen, Traummänner usw. . Die Kinder werden immer unwichtiger für die Gesellschaft und verrohen durch permanente Fastfood-Werbe- und Spielzeugindustrie. Mad Max ist für mich keine SciFi Fantasie mehr, sondern eine real Variante der unsrigen Zukunft. Es erschauert mich. Die fossilen Brennstoffe pulvern wir auch weiterhin einfach so aus dem Schornstein und diskutieren ernsthaft über die Sinnigkeit der Raumfahrt. Wo ein jeder genau weiss, dass die Raumfahrt eine der möglichen Auswege aus unseren kommenden Miseren sein wird. Auf der anderen Seite verhungern Menschen, während überproduziertes Nahrungsmittel vernichtet oder vom aussterben bedrohte Tiere gar getötet werden. Der Profit ist wichtiger als unser aller Wohlergehen. Da werden mitten in Europa Flüsse vergiftet, wegen Streitigkeiten Kriege angezetteln und mit Unmündigen Schindluder betrieben. Die kleinen Staaten werden als Ping-Pong Ball benutzt, um Arbetsmärkte zu erschliessen, Materialschlachten zu führen oder einfach nur politischen Einfluss nehmen zu können. Es gäbe da ein historisches Gleichniss: Der Untergang des römischen Reiches. Ich kann nur sagen, daß ich Menschen nicht mehr besonders mag. Der Intelligenzquotient scheint indirekt proportional zur Bevölkerungsdichte zu sein.
Soviel zum Morgen meines 30. Geburtstages und es war ein guter Tag im Gegensatz zu allen anderen Tagen rundherum.
Kosh Naranek ist ein weiser Botschafter der Vorlonen aus der SciFi Serie Babylon5. Den anderen technologisch überlegen, liess er sich dennoch auf die jügeren Völker ein. Wer sich mit ihm beschäftigte und es ehrlich meinte, bekam ab und zu einen kleinen Tip. Meist in poetischen Bildern oder Aussprüchen verpackt, aber auch durch reine trinäre Logik (ja, nein, irrelevant) verdeutlichte er Wege und M6ouml;glichkeiten. Letztlich zeigte sich, dass er auch nicht unfehlbar war.
Alle bisherigen Denkrichtungen basieren auf religiösen Grundlagen oder gesellschaftlichen Betrachtungen. Während die ersteren sich vollkommen überlebten, da Religionen seit dem bügerlichen Gesetzbuch überholt sind, kamen dann die humanistischen Ideen. Zumal die meisten Religionen Blut vergossen haben oder es heute noch tun. Keiner dieser religiösen Ansätze stellen irgendwie eine heutige reale Grundlage einer gültigen Weltanschauung dar. Götter und Götzen stellen ein fiktives Machtoberhaupt dar, weil Gründe abgewälzt werden sollen oder wollen. Ihre Vertreter sind nichts weiter als die heutigen Politiker. Diese Grundlagen basieren meist auf Hörensagen oder ungesicherten Übertragungen per Handschriften. Somit stellen diese Dokumente, wie die Bibel oder der Koran im Großen und ganzen als Sagen dar, aber keinesfalls fundierte Feststellungen. Die eher annehmbaren Anschauungen sind die marxistische Dialektik und Nitzsches Theoreme. Dennoch gibt es auch hier kleine Probleme, die auf Fehleinschätzungen der Menschen basierten. Realismus scheint die einzigste Alternative zu sein.